Engagement und Ehrenamt. Infos und Daten.

Hände setzen eine Herzform zusammen

Engagement und Ehrenamt

Was ist denn da der Unterschied?

Zwischen den Begriffen (bürgerschaftliches) Engagement und Ehrenamt gibt es zwar historische Unterschiede, die auch in Fachdiskussionen wichtig sein können.

Wir benutzen sie aber grundsätzlich gleichbedeutend.

Ehrenamt und (bürgerschaftliches) Engagement ist ...

  • Freiwillig
  • Aktiv: Eine Tätigkeit
  • Unentgeltlich: Die Tätigkeit ist nicht auf materiellen Gewinn ausgerichtet.
  • Öffentlich: Die Tätigkeit findet im öffentlichen Raum/außerhalb des privaten Umfeldes statt.
  • Gemeinwohlorientiert: Die Tätigkeit hat eine positive Wirkung für die Gemeinschaft, nicht nur für die eigene Person
  • Demokratisch und tolerant: Es basiert auf demokratischen Grundregeln und Toleranz.

(Freiwilligen-Survey 2024, Grundverständnis BE LHM)

Im Vergleich zum aktiven Engagement sehen wir Spenden als passives Engagement – eine Unterstützung, die genauso wichtig und wertvoll ist.

Engagement ist vielfältig

Die Seniorin besuchen, Gassi gehen, Videos drehen, Vorlesen, Post sortieren, beim Lernen helfen, Blumen pflanzen, Wissen sammeln, Texte verfassen, Veranstaltungen vorbereiten, Kinder betreuen, Menschen unterstützen, Kuchen backen, Brände löschen, Daten analysieren, Verletzte bergen, Jahresberichte erstellen, Software pflegen, Pflanzen schützen ...

Engagement ist Vielfalt:

  • Im Nahraum, gleich um die Ecke, für die Stadt, global oder online.
  • Gelegentlich, regelmäßig, kompakt, saisonal, intensiv.
  • Beschützend, bewahrend, innovativ, spontan, organisiert, leise, laut.
  • Von gelegentlichem Mitmachen beim Clean-Up im Viertel bis zur regelmäßigen verantwortungsvollen Vorstandstätigkeit.

Warum engagieren Menschen sich?

Etwas Sinnvolles tun, Menschen kennenlernen, Freunde treffen, Spaß haben, Wissen erweitern, Fähigkeiten einbringen, die (Um-)Welt aktiv mitgestalten, fit bleiben, die Welt besser machen:
Es gibt viele Gründe, warum Menschen sich engagieren.

Und warum engagieren Menschen sich nicht?

Manchmal sprechen aber auch gute Gründe gegen ein Engagement:
Fehlende Zeit durch Beruf, Familie, Care-Arbeit, Hobbies.
In manchen Lebensphasen ist es schwer, sich zu engagieren.

Auch physische oder psychische Einschränkungen können den Zugang zu einem Engagement erschweren.
Unsere Vision ist, dass jeder Mensch, der sich einbringen möchte, diese Möglichkeit erhält.

Zahlen und Daten

  • In Deutschland sind 39,7 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren freiwillig engagiert; in kreisfreien Großstädten in Bayern 30%.
  • Das bedeutet für München: Über 300.000 Münchner*innen sind auf die eine oder andere Art ehrenamtlich engagiert.
  • Die meisten Menschen engagieren sich bis zu 40 Stunden pro Jahr, manche aber auch über 80 Stunden, oder sogar über 200 Stunden.
  • 69 Prozent der Münchner*innen können sich vorstellen, sich in den nächsten 12 Monaten (weiterhin) ehrenamtlich oder freiwillig zu engagieren (Befragung 2021).
  • Was hält Menschen davon ab, sich zu engagieren?
    In erster Linie fehlende Zeit oder geringe finanzielle Ressourcen.

(Quellen: Engagementbericht der Bundesregierung 2024, ZiviZ-Survey 2023 - Auswertung Bayern, Bevölkerungsbefragung München, eigene Daten) 

Kommunen sind das Herzstück des Engagements.
Zwei Drittel des Engagements findet direkt vor Ort statt.

In München sind über 8.000 Vereine eingetragen und haben ca. 1000 Stiftungen ihren Sitz.

Nicht dokumentiert ist die Zahl der Initiativen, informellen Gruppen und Nachbarschaften, die sich gemeinsam engagieren.

Mehrere hundert Vereine sind auf vereine-in-muenchen.de eingetragen.

(Quellen: Zuwendungsempfängerregister, Stiftungssuche)

Freiwilliges Engagement ist in Deutschland stabil auf einem hohen Niveau. Das zeigen die zentralen Ergebnisse des Fünften Freiwilligensurveys, der das freiwillige Engagement im Jahr 2019 abbildet.

Aber: Engagement unterliegt einem ständigen Wandel. Demografische Faktoren (alternde Gesellschaft, Mobilität) und Digitalisierung beschleunigen diesen Wandel.

Der Freiwillgensurvey (alle 6 Jahre), der Engagementbericht der Bundesregierung (einmal pro Legislatur) und ZiviZ (Zivilgesellschaft in Zahlen, Stifterverband) erheben und analysieren mit verschiedenen Schwerpunkten bundesweit Daten zu Engagement und Zivilgesellschaft.